Rädelstraße 7, Bergstraße 9, 11



Rädelstr. 7, Bergstr. 9 und 11, Plauen

Baujahr: 1876  |  Bauherr: Carl August Jahn, Spitzenfabrikant  |  Architekt: unbekannt

Häuser Rädelstr.7 u. Bergstr. 9, 11 vor der Sanierung

Die Häuser Rädelstraße 7, Bergstraße 9, 11 vor der Sanierung

Gebäudeekomplex Rädeelstr. 7 u. Bergstr. 9,11 auf einem Briefkopf der Plauenschen Geschäftsbücherfabrik von 1924

Gebäudekomplex Rädelstraße 7, Bergstraße 9, 11 auf einem Briefkopf

der Plauenschen Geschäftsbücherfabrik von 1924



Als einer der ältesten Plauener Spitzenfabrikanten ließ sich Carl August Jahn schon um 1866 an der Rädelstraße ein Fabrikgebäude für Handstickmaschinen errichten. 1876 erfolgte ein äußerst repräsentativer Erweiterungsbau entlang der Bergstraße. Der dreigeschossige Putzbau erscheint palaisartig mit Mittel- und Seitenrisaliten. Die Fassadengliederung ist schlicht, wird aber durch das kräftige Gurtgesims stark betont. Ab 1890 richtete die Lithographische Kunstanstalt Moritz Wieprecht GmbH ihre Geschäftsräume darin ein. Zum Produktionsprogramm gehörte unter anderem die Herausgabe des „Vogtländischen Anzeigers”. Im Laufe der Jahre erfolgten im gesamten Firmenkomplex diverse Umbauten. 1912 wurde das Gebäude vor allem in der Statik verstärkt, um Redaktionsräume, Setzerei und Druckerei aufnehmen zu können. Nach dem 2. Weltkrieg wurden hier teilweise die „Sächsische Volkszeitung”, die „Freie Presse” und bis zu 95% aller in der DDR hergestellten Kinderbücher unter der Bezeichnung „Grafischer Großbetrieb Sachsendruck Plauen” gedruckt. Anfang der 1990er Jahre wurde der Produktionsstandort aufgegeben und es folgte ein langer Leerstand. 2008 erwarb die Stadt Plauen die Industriebrache zum Zwecke des Abrisses. In sprichwörtlich letzter Minute wurde 2014/15 der Gebäudekomplex an der Bergstraße zu hochwertigen Wohnzwecken umgebaut.