Rähnisstraße 35



Bonhoeffer Straße 148, Plauen, Eingangsbereich

Baujahr: 1896  |  Bauherr: Albert Hofmann, Kaufmann  | 

Ausführender: Arthur Hofmann, Zimmerermeister

Bonhoefferstr. 148 vor der Sanierung

Die Rähnisstraße 35 in den 1950er Jahren

Bonhoefferstr. 148, Originalfliesen im Treppenhaus

Zustand vor der Sanierung

Bonhoefferstr. 148, Fassadenansicht

Das Gebäude in den 1990er Jahren



Bereits im Jahr 1887 hatte der Zimmerermeister Arthur Hofmann im Hinterhof des Eckgrundstückes Rähnisstraße und Blumenstraße (heute Eugen-Fritsch-Straße) eine Arbeitsbude errichtet. Ein Jahr später erfolgte der Bau eines zweigeschossigen Hinterhauses, das Hofmann als Betriebs- und Werkstelle nutzte. Während dieser Zeit konzentrierte Arthur Hofmann seine Bautätigkeit an der Rähnisstraße und baute dort zehn Wohngebäude. 1896 reichte er dann die Pläne für ein Vorderhaus auf seinem Grundstück ein. Als reines Mietobjekt war es darüber hinaus im Erdgeschoss mit einer Ladeneinheit ausgestattet. Im Hinterhof kamen mit dem Bau einer Wurstküche und eines Stalls weitere Gebäude hinzu. Zimmerermeister Arthur Hofmann trat dabei jedoch nur noch als ausführende Firma auf. Die städtischen Bauakten weisen als Bauherrn den Kaufmann und Stickereibesitzer Albert Hofmann aus. Albert Hofmann wohnte in der Lindenstraße 23 und führte dort seine Stickerei.
Die mit Klinkern und Betonwerksteinelementen gemischten Fassaden weisen Baumaterialien auf, die im ausgehenden 19. Jahrhundert typischerweise Verwendung fanden. Gestalterisch ist das Wohnhaus dem Historismus zuzuordnen.
Während sich an der linken Gebäudeseite die Toreinfahrt zum Hinterhof und der Hauseingang befanden, erreichte man über die Gebäudeecke das Ladengeschäft. Ein Fleischergeschäft mit wechselnden Inhabern ist aus den Adressbüchern der Stadt Plauen zu entnehmen. Wilhelm Streit, der die Geschäfte bis Mitte der 1940er Jahre leitete, war der längste und letzte Fleischereiinhaber am Standort Rähnisstraße 35. Von Kriegsschäden weitestgehend verschont, war das Wohnhaus in den 1960er Jahren baulich gesehen stark verschlissen. Eine Generalsanierung, bei der das Dach, die Balkone und alle Umfassungsmauern saniert werden mussten, war unausweichlich. In den 1970er Jahren ging das Gebäude in die Verwaltung des VEB Gebäudewirtschaft (heute Wohnungsbaugesellschaft WBG) über. Eine moderne WC-Anlage wurde eingebaut und ersetzt die bis dahin noch vorhandene Trockenklosettanlage. Nach der Wende 1989 zogen die Bewohner allmählich aus und das Gebäude verfiel. Im Jahr 2000 erwarb die Immobilie die Renova Baugesellschaft mbH Plauen, die einen Generalumbau plante, jedoch nicht realisierte. 2017 kaufte die Frank Müller GmbH das baufällige Gebäude und schaffte im Zuge dessen attraktiven Wohnraum.