Weisestraße 16



Bonhoeffer Straße 148, Plauen, Eingangsbereich

Baujahr: 1912  |  Bauherr: Max Baumgärtel, Baumeister  |  Entwurf: Max Baum-gärtel, Baumeister

Bonhoefferstr. 148 vor der Sanierung

Ornamentverzierung am Dachkasten

Bonhoefferstr. 148, Originalfliesen im Treppenhaus

Fassadendetail mit Sandsteinimitationsmalerei

Bonhoefferstr. 148, Fassadenansicht

Die Fassade vor der Sanierung



In ruhiger abgeschiedener und doch zentraler Lage abseits der Neundorfer Straße befindet sich der Herrmann Platz. Dieser kreisrunde Platz, den man heute ausschließlich von der Weisestraße erreicht, war noch bis in die DDR-Zeit über eine kleine Auffahrt von der Neundorfer Straße aus zugänglich. Der kurze Straßenabschnitt hieß Kirbachstraße. Er wurde nie bebaut und schließlich aus den Plänen gestrichen. 1912 reichte der Baumeister Max Baumgärtel die Pläne zur Errichtung einer selbstgenutzten Villa beim städtischen Bauamt ein. Die Baugenehmigung wurde am 01. Oktober 1912 erteilt, im Juni 1913 erfolgte die Rohbauabnahme. Die Villa steht in einem Grundstück, das über einen teilweise mehr als einhundertjährigen Baumbestand verfügt und als Gartendenkmal ausgewiesen ist. Sie wurde zweigeschossig errichtet und verfügt über einen nahezu quadratischen Grundriss. Das Dachgeschoss wurde dabei nur als Wäscheboden ausgebaut. Gestalterisch sind die Fassaden, der Zeit entsprechend, eher schlicht gehalten. Zur Straßenseite zeigt sich die Hauptfront mit Rundbogenfenstern und Balustraden an den Brüstungen, die Fonds enthalten florale Dekorationen. Der Eingangsbereich und die rückseitige Veranda sind mit Halbsäulen verziert. Weitere Gestaltungselemente waren Fensterläden und Rankgitter. Als technisches Highlight wurde eine „Hygienische Zentral-Luftheizung” im Kellergeschoss eingebaut, die über eingebrachte Lüftungskanäle die Räumlichkeiten mit Warmluft versorgte. Der Hersteller, Luftheizungswerke Schwarzhaupt, Spiecker & Co. Nachf. aus Frankfurt / Main, versprach frische, entstaubte und befeuchtete Außenluft, die bei Kälte stets gleichmäßige Erwärmung und enorme Kosteneinsparung anbot. 1920 wechselten die Besitzverhältnisse kurzzeitig. Der aus Auerbach stammende Fabrikant Fritz Knoll nahm mit der Überdachung der Veranda nur kleine bauliche Veränderungen vor. Anfang der 1920er Jahre erwarb Prokurist Dr. jur. Walter Surmann die Villa. Er leitete die Plauener Filiale an der Friedensstraße 71 des Klingenthaler Stickereiunternehmens W. Surmann. Durch Kriegseinwirkung erhielt das Gebäude im Obergeschoss schwere Beschädigungen. Der durch Material- und Handwerkermangel verzögerte Wiederaufbau schädigte das Gebäude derart, dass nur noch ein Abtragen des Obergeschosses in Frage kam. Der Wiederaufbau, jedoch ohne Obergeschoss, konnte in den 1950er Jahren abgeschlossen werden. Aus den historischen Bauakten der Stadt Plauen gehen außer einer Verpuffung der Luftheizungsanlage keine nennenswerten Ereignisse mehr hervor. 2014 erwarb Notar Hans Peller das Anwesen. Nach Abriss des aus den 1950er Jahren stammenden Dachstuhls wurde das fehlende Obergeschoss wieder hergestellt. Als Vorbild dazu diente die historische Bauzeichnung. Der zur Straße gerichtete Giebel und die Dachlandschaft wurden dabei in den Originalzustand zurück versetzt.