Gluckstraße 16



Rähnisstraße 40, PLauen

Baujahr: 1905  |  Bauherr: Alfred Hager, Baumeister  |  Entwurf: Alfred Hager, Baumeister

Rähnisstraße 40, Fassadendetail

Bauzeichnung, 1904

Rähnisstraße 40, Freimaurersymbole

Zunftzeichen der Innung über dem ehemaligen Bäckereieingang

Rähnisstraße 40, Eingangstür

Das Gebäude vor der Sanierung



Im Jahre 1904 legte Baumeister Alfred Hager Entwürfe für ein Wohnhaus mit Bäckerei dem städtischen Bauamt vor. Die Pläne sahen ein viergeschossiges Eckhaus in tradi-tioneller Ziegelbauweise mit Schieferdeckung vor. Die Fassaden waren detailreich und in Form des Jugendstils ausgearbeitet. Gestalterischer Höhepunkt war dabei die Turm-ausbildung der Gebäudeecke. Das Keller- und Erdgeschoss war dem Bäckereibetrieb vorbehalten, die Obergeschosse nutzte man als Wohnraum. Noch bevor 1905 die Baugenehmigung erteilt wurde, begann Hager mit den Ausschachtungsarbeiten der Baugrube. Dieses voreilige Handeln bestrafte die Bauverwaltung mit einer Geldstraße i.H.v. 10 Mark. Nach Fertigstellung des Hauses eröffnete Bäckermeister Emil Fritzsche seine Bäckerei. Bis 1920 änderten sich mit den Bäckern Körner ab 1912, Perthel ab 1914 und Wohlrab ab 1920, die Pachtverhältnisse ständig. Alfred Hager, der sich 1912 nach Buenos Aires absetzte, blieb bis 1922 Besitzer der Immobilie und verkaufte sie anschließend an den Bäckermeister Wohlrab. 1925 kauften Bruno Kuhn und dessen Tochter Frieda Leucht aus Mühlsen St. Jacob das Gebäude. Dadurch stabilisierten sich die Besitzverhältnisse. Mitte der 1930er Jahre musste die Turmspitze des Eckturmes aufgrund von mehrfachen Blitzeinschlägen zurückgebaut werden. Mitte der 1960er Jahre schloss das Bäckereigeschäft. 1969 nahm Leo Zeh als neuer Gebäudeeigentümer Umbaumaßnahmen für die Gewinnung von Wohnraum vor. Dabei wurde der Backofen entfernt und der Zugang zum Verkaufsladen vermauert. In den darauffolgenden Jahren fand ein weiterer Rückbau des Eckturmes statt. Außerdem ging das Gebäude in die Verwaltung des VEB Gebäudewirtschaft über. Der Zustand der Bausubstanz verschlechterte sich weiter, eine Generalsanierung war unausweichlich. Die 1989 begonnenen Arbeiten fielen genau in die Wendezeit. 1991 war das Haus fertiggestellt, allerdings mit DDR Standard. Die von 2018 bis 2019 durch die Frank Müller GmbH erfolgte Sanierung brachte dem Gebäude die aktuellen technischen Standards und wurde durch Balkone in jeder Wohneinheit aufgewertet. Das an der Gebäudeecke angebrachte Wappen der Deutschen Bäckerinnung zählt zu den Überbleibseln der Erbauerzeit und hält die Erinnerung an die Bäckerei wach. Durch ein attraktives Umfeld zählt das Gebäude zu den besonders guten Wohnadressen Plauens.